Der richtige Platz
- Im Raum, um den es geht: Für das Wohnzimmerklima auf ein Regal oder einen Tisch in normaler Raumluft, nicht ins Bad nebenan.
- Abstand zu Wärmequellen: nicht auf oder über dem Heizkörper, nicht neben Ofen oder Lampe.
- Keine direkte Sonne: Fensterbank und sonnige Wand verfälschen Temperatur und damit die relative Feuchte.
- Luft muss zirkulieren: nicht im geschlossenen Schrank oder hinter dem Vorhang, wenn du den Raum messen willst.
- Fester Platz: Nur wenn das Gerät immer am selben Ort steht, kannst du Werte von heute und nächster Woche vergleichen.
Raumwert und kalte Ecke sind zwei Messungen
Die Anzeige mitten im Raum sagt wenig über die Ecke hinter dem Schrank. Laut Verbraucherzentrale kann direkt vor einer kalten Wand schon ab etwa 70 bis 80 % relativer Feuchte Schimmel wachsen, obwohl der Raum unauffällig wirkt. Das bayerische Verbraucherportal empfiehlt etwa 50 % bei 20 °C: Dann sind auch an ungünstigen Stellen mit rund 13 °C Oberflächentemperatur keine Feuchteschäden zu erwarten. Willst du eine verdächtige Ecke prüfen, stelle das Gerät für eine eigene Messung dorthin, warte 30 bis 45 Minuten und notiere Ort, Uhrzeit, Temperatur und Feuchte.
So deutest du die Anzeige
| Anzeige | Bedeutung | Was du tust |
|---|---|---|
| unter 30 % | kein Schimmelrisiko, Schleimhäute können gereizt werden | weniger lange lüften, nicht überheizen |
| 40–60 % | angenehmer Bereich | Lüftungsroutine beibehalten |
| im Winter länger über 50 % | Schimmelrisiko steigt | zusätzlich stoßlüften, Raum nicht auskühlen lassen |
| dauerhaft über 65 % | Schimmel kann entstehen | Feuchtequelle suchen, lüften und heizen; bei Befall Ursache klären lassen |
Zwei Geräte zeigen Verschiedenes
- Stelle beide Geräte, am besten noch ein drittes, direkt nebeneinander in gleicher Höhe und unter gleichen Bedingungen auf.
- Gib ihnen 30 bis 45 Minuten zum Akklimatisieren.
- Vergleiche die Abweichung mit der Toleranz in der Anleitung: Zwei Geräte mit je ±1 °C Toleranz dürfen bis zu 2 °C auseinanderliegen – und damit auch bei der Feuchte abweichen.
Elektronische Hygrometer lassen sich meist nicht kalibrieren; liegt ein Gerät außerhalb seiner Toleranz, ist das ein Garantiefall. Analoge Haar- oder Feder-Hygrometer solltest du laut TFA mindestens alle sechs Monate regenerieren: 15 bis 30 Minuten in ein mit warmem Wasser getränktes, vollständig ausgewrungenes Geschirrtuch wickeln. Danach sollte die Anzeige zwischen 90 und 99 % liegen. Ein feuchtes Tuch ist allerdings kein exakter Referenzwert; zum Nachjustieren an der Schraube auf der Rückseite brauchst du ein gut eingestelltes Vergleichsgerät.
Temperatur immer mit ablesen
Relative Feuchte hängt von der Temperatur ab: Kühlt Luft bei gleichem Wassergehalt ab, steigt der Prozentwert. Notiere deshalb beide Werte zusammen. Wie Lüften, Heizen und Möbelabstand zusammenspielen, erklärt Raumklima im Alltag.
Quellen
- Gebrauchsanweisung Analoge Hygrometer (TFA Dostmann) — Innen dort aufstellen, wo gemessen werden soll; auf gute Belüftung achten; Nähe von Wärmequellen wie Heizkörpern und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.; Dauerhaft über 65 % relative Feuchte kann Schimmel entstehen; 40 bis 60 % werden als angenehm empfunden.; Analoge Hygrometer mindestens alle 6 Monate regenerieren: 15 bis 30 Minuten in ein feuchtes, ausgewrungenes Geschirrtuch wickeln, Anzeige dann idealerweise 90 bis 99 %.; Zum Abgleich Geräte unmittelbar nebeneinander unter identischen Bedingungen 30 bis 45 Minuten akklimatisieren lassen; feuchtes Tuch ist kein eindeutiger Referenzwert.
- FAQ / Häufig gestellte Fragen (TFA Dostmann) — Zur Genauigkeitsprüfung Geräte bei gleichen Verhältnissen in gleicher Höhe nebeneinander stellen, möglichst ein drittes Gerät; zwei Geräte mit je ±1 °C Toleranz können bis zu 2 °C auseinanderliegen.; Elektronische Messgeräte lassen sich meist nicht kalibrieren; analoge können nachjustiert werden.
- Heizen und Lüften: So geht's richtig — Behaglich: etwa 18 bis 22 °C und 40 bis 60 % relative Luftfeuchte.; Wohn- und Schlafräume in der Heizperiode tagsüber auf mindestens 16 bis 18 °C heizen.; Temperaturunterschiede über 5 Grad zwischen Räumen können zu Schimmel führen; Türen schließen.; Stoßlüften im Winter 3 bis 5 Minuten, im Frühjahr/Herbst 10 bis 20 Minuten; mindestens 3 bis 4 Luftwechsel pro Tag; Abwesende mindestens morgens und abends.; Unter 30 % kein Schimmel, aber Schleimhautreizung möglich; im Winter über 50 % steigt das Schimmelrisiko; lüften, wenn Feuchte länger über 50 % liegt oder Scheiben beschlagen.; Ab etwa 70 bis 80 % relativer Feuchte direkt vor einer Wand kann Schimmel wachsen.; 1 m³ Luft fasst bei 0 °C knapp 5 g, bei 20 °C gut 17 g Wasser; Rechenbeispiel: 0 °C kalte Außenluft mit 4 g/m³ hat nach dem Erwärmen auf 20 °C nur etwa 30 % relative Feuchte.; Ein Mensch gibt nachts bis zu einen halben Liter Wasser ab; Möbel nicht direkt vor Heizkörper oder kalte Außenwände; Thermo-Hygrometer kosten wenige Euro.
- Luftfeuchtigkeit im Haus messen — Relative Feuchte ist das Verhältnis aus enthaltenem und maximal möglichem Wasserdampf (Sättigungsgrad).; Bei 20 °C kann 1 m³ Luft 17,0 g Wasser aufnehmen.; Empfehlung etwa 50 % bei 20 °C; dann sind auch an ungünstigen Stellen mit etwa 13 °C Oberflächentemperatur keine Feuchteschäden zu erwarten; relative Feuchte auf Dauer nicht über 65 bis 70 %.
Quellenstand: 25. Oktober 2026.