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Raumklima

Raumklima im Alltag: Richtwerte und Lüften

Kurz beantwortet

Als Richtwert für ein behagliches Raumklima nennt die Verbraucherzentrale 18 bis 22 °C und 40 bis 60 % relative Luftfeuchte; Wohn- und Schlafräume sollten in der Heizperiode tagsüber nicht unter 16 bis 18 °C fallen. Lüfte drei- bis viermal täglich mit weit geöffnetem Fenster: im Winter 3 bis 5 Minuten, im Frühjahr und Herbst 10 bis 20 Minuten. Liegt die Feuchte im Winter länger über 50 %, lüfte zusätzlich – direkt vor einer kalten Wand kann Schimmel schon ab etwa 70 bis 80 % wachsen.

Fundraum Redaktion · 4 Minuten Lesezeit

Die Richtwerte auf einen Blick

GrößeRichtwert
Behagliche Raumtemperatur18–22 °C (Verbraucherzentrale)
Sparsam heizenWohnbereich höchstens 20 °C, Küche 18 °C, Schlafzimmer 17 °C (Umweltbundesamt)
Untergrenze in der HeizperiodeWohn- und Schlafräume tagsüber mindestens 16–18 °C
Relative Luftfeuchte40–60 %, im Winter möglichst unter 50 %
Unterschied zwischen Räumennicht mehr als 5 °C; Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen halten

Unter 30 % Luftfeuchte wächst kein Schimmel, sehr trockene Luft kann aber die Schleimhäute reizen. Über 50 % im Winter steigt das Schimmelrisiko, weil die Raumluft an kühlen Außenwänden abkühlt und dort die relative Feuchte steigt.

So lange lüftest du

SituationDauer bei weit geöffnetem Fenster
Winter, kalt oder windig3–5 Minuten (Umweltbundesamt: etwa 5 Minuten)
Frühjahr und Herbst10–20 Minuten
Sommer10–20 Minuten, weil der Austausch bei ähnlicher Innen- und Außentemperatur langsamer läuft
Schlafzimmer nach dem Aufstehen5–10 Minuten
Während und direkt nach Kochen oder Duschen5–10 Minuten, Küchen- oder Badtür dabei schließen

Plane mindestens drei bis vier komplette Luftwechsel am Tag ein; wer tagsüber außer Haus ist, lüftet mindestens morgens und abends. Öffnest du gegenüberliegende Fenster gleichzeitig (Querlüften), tauscht sich die Luft deutlich schneller aus. Dreh das Thermostat während des Lüftens zu. Dauerhaft gekippte Fenster kosten Heizenergie und kühlen die Wandflächen aus – genau dort, wo sich sonst Feuchte niederschlägt.

Wo die Feuchte herkommt

Ein Vierpersonenhaushalt gibt laut Umweltbundesamt täglich etwa 12 Liter Wasser an die Raumluft ab, ein Mensch allein bis zu einen halben Liter pro Nacht. Die größten Quellen sind Duschen, Kochen, Wäschetrocknen und Schlafen. Daraus folgen drei Gewohnheiten:

  • Nach dem Duschen Wände und Boden mit einem Abzieher abziehen und das Bad bei geschlossener Tür lüften.
  • Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen; beim Ablufttrockner den Schlauch ins Freie führen.
  • Morgens das Schlafzimmer lüften und die Tür zu einem kühleren Schlafzimmer geschlossen halten.

Möbel und kalte Wände

Hinter großen Schränken, Betten und in Raumecken bildet sich Schimmel besonders leicht. Rücke Möbel mindestens 10 cm von Außenwänden ab und stelle nichts direkt vor Heizkörper oder Thermostatventile. Heize einen kühlen Raum nicht über die offene Tür aus einem warmen Raum mit: Mit der warmen Luft wandert Feuchte hinein und schlägt sich an den kalten Wänden nieder.

Sonderfall Sommer: Keller und Erdgeschoss

Lüfte einen kühlen Keller im Sommer nachts oder in den kühlen Morgenstunden, nicht tagsüber: Warme Außenluft bringt viel Feuchte mit, die an den kalten Kellerwänden kondensiert. Für Parterrewohnungen empfiehlt das Umweltbundesamt bei warmem Wetter ebenfalls, früh morgens und spät abends zu lüften.

Mit dem Hygrometer nachsehen

Ein einfaches Thermo-Hygrometer kostet wenige Euro. Lies es einmal vor und einmal nach Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen ab und dann wieder nach dem Lüften. Bleibt die Anzeige längere Zeit über 50 % oder beschlagen die Scheiben, lüfte und heize nach. Wo du das Gerät aufstellst, erklärt der Ratgeber Hygrometer richtig aufstellen; warum gleiche Prozentwerte bei unterschiedlicher Temperatur Verschiedenes bedeuten, steht unter Relative und absolute Luftfeuchte.

Sichtbarer Schimmel, nasse Stellen, die nach dem Lüften wiederkommen, oder ein ungeklärter Wassereintritt brauchen eine Ursachenklärung durch Vermieter oder Fachbetrieb – mehr Lüften behebt keinen Bauschaden.

Quellen

  • Heizen und Lüften: So geht's richtig — Behaglich: etwa 18 bis 22 °C und 40 bis 60 % relative Luftfeuchte.; Wohn- und Schlafräume in der Heizperiode tagsüber auf mindestens 16 bis 18 °C heizen.; Temperaturunterschiede über 5 Grad zwischen Räumen können zu Schimmel führen; Türen schließen.; Stoßlüften im Winter 3 bis 5 Minuten, im Frühjahr/Herbst 10 bis 20 Minuten; mindestens 3 bis 4 Luftwechsel pro Tag; Abwesende mindestens morgens und abends.; Unter 30 % kein Schimmel, aber Schleimhautreizung möglich; im Winter über 50 % steigt das Schimmelrisiko; lüften, wenn Feuchte länger über 50 % liegt oder Scheiben beschlagen.; Ab etwa 70 bis 80 % relativer Feuchte direkt vor einer Wand kann Schimmel wachsen.; 1 m³ Luft fasst bei 0 °C knapp 5 g, bei 20 °C gut 17 g Wasser; Rechenbeispiel: 0 °C kalte Außenluft mit 4 g/m³ hat nach dem Erwärmen auf 20 °C nur etwa 30 % relative Feuchte.; Ein Mensch gibt nachts bis zu einen halben Liter Wasser ab; Möbel nicht direkt vor Heizkörper oder kalte Außenwände; Thermo-Hygrometer kosten wenige Euro.
  • Wie lüfte ich richtig? — Winter: 2 bis 3 Lüftungen pro Tag, je etwa 5 Minuten bei weit geöffnetem Fenster; Querlüften erhöht den Luftaustausch.; Sommer: 10 bis 20 Minuten je Lüftung.; Schlafzimmer morgens 5 bis 10 Minuten lüften; Küche/Bad während und direkt nach Kochen oder Duschen 5 bis 10 Minuten, Türen schließen; nach dem Duschen Wände und Boden abziehen.; Keller im Sommer nachts oder in kühlen Morgenstunden lüften, nicht tagsüber; Parterre bei warmem Wetter früh morgens und spät abends.; Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen; relative Feuchte 40 bis 60 %; ständig gekippte Fenster vermeiden.
  • Richtiges Heizen schützt Klima und Geldbeutel — Wohnbereich höchstens 20 °C, Küche 18 °C, Schlafzimmer 17 °C; nachts oder bei einigen Stunden Abwesenheit etwa 18 °C, bei einigen Tagen etwa 15 °C.; Mittlere Thermostatstufe (meist 3) entspricht etwa 20 °C; programmierbare Thermostate sparen etwa 10 % Energie.; Stoßlüften mehrmals täglich statt Dauerkippen, Heizung dabei abdrehen; ein Vierpersonenhaushalt gibt täglich etwa 12 Liter Feuchtigkeit ab; Feuchte im Winter in schlecht gedämmten Wohnungen möglichst unter 50 %.; Heizkörper und Thermostatventile nicht mit Möbeln oder Vorhängen verstellen; Möbel mindestens 10 cm von Außenwänden abrücken.; Nicht von einem beheizten in einen unbeheizten Raum heizen, da Feuchtigkeit mitwandert; Heizungsanlage zu Beginn der Heizperiode warten lassen.

Quellenstand: 25. Oktober 2026.

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