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Raumklima

Keller im Sommer lüften

Kurz beantwortet

Lüfte einen kühlen Keller im Sommer nicht tagsüber, sondern nachts oder in den kühlen Morgenstunden – und nur, wenn die Außenluft kühler ist als die Kellerluft. An heißen Tagen bleiben Kellerfenster und -türen geschlossen; lüfte kurz per Stoß statt das Fenster dauerhaft zu kippen. Kontrolliere die Feuchte mit einem Hygrometer: Bleibt sie trotz richtigen Lüftens hoch, sollten Abdichtung, eindringendes Wasser oder Leitungen geprüft werden.

Fundraum Redaktion · 3 Minuten Lesezeit

Warum warme Sommerluft den Keller feucht macht

Warme Luft kann mehr Wasserdampf tragen als kalte. Laut Verbraucherinformationssystem Bayern hält gesättigte Luft bei 23 °C rund 20 g Wasser pro Kubikmeter, bei 15 °C rund 11 g und bei 10 °C nur rund 8,8 g. Strömt warme Außenluft in den kühlen Keller, kühlt sie an Wänden und Boden ab. Was sie dann nicht mehr halten kann, schlägt sich als Wasser nieder. Das Umweltbundesamt nennt genau das als Ursache für Schimmel an kalten Kellerwänden, besonders in älteren Gebäuden.

Rechenbeispiel: Außenluft mit 23 °C und 60 % relativer Feuchte enthält rund 12 g Wasser je Kubikmeter (60 % von 20 g). Ein 15 °C kühler Keller kann höchstens rund 11 g halten. Diese Luft bringt also Feuchte hinein, statt sie abzuführen – obwohl 60 % draußen nicht nach viel klingt.

Wann das Fenster auf- oder zubleibt

SituationWas du tust
Heißer Sommertag, Keller kühlFenster und Türen geschlossen halten
Nachts oder früh morgens, Außenluft kühler als KellerluftKurz stoßlüften
WinterLüften ist zu jeder Tageszeit möglich; häufiges Lüften entfeuchtet den Keller
Feuchte bleibt trotz richtigen Lüftens hoch oder Schimmel zeigt sichBauliche Mängel, eindringende Feuchtigkeit und defekte Rohre prüfen lassen

So lüftest du den Keller im Sommer

  1. Ein Thermo-Hygrometer in den Keller legen und die Werte regelmäßig ablesen. Als Richtwert nennt das bayerische Verbraucherportal für Innenräume: auf Dauer nicht über 65–70 % relative Feuchte.
  2. Nur lüften, wenn die Außenluft kühler ist als die Kellerluft – in der Regel nachts oder früh morgens.
  3. Kurz und weit öffnen (Stoßlüften), nicht dauerhaft kippen.
  4. Tagsüber wieder schließen. Ganz auf das Lüften verzichten solltest du laut Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) aber nicht.
  5. Die Tür zwischen Keller und beheizten Räumen geschlossen halten.

Wenn Lüften allein nicht reicht

Für zu feuchte Keller nennt das BAG zwei konkrete Maßnahmen: die Kellerräume gezielt auf etwa 10–15 °C temperieren und ein Entfeuchtungsgerät im Sommer nachts mit Zeitschalter laufen lassen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält einen elektrischen Luftentfeuchter bei dauerhaft hoher Feuchte für sinnvoll, empfiehlt aber ein energieeffizientes Modell, das nur bei tatsächlichem Bedarf läuft. Wärmedämmung oder Maßnahmen gegen aufsteigende Feuchte sind Aufgabe der Hauseigentümer.

Was du im Keller wie lagerst

  • Kartons, Regale und Boxen mit Abstand zur Außenwand und zum Boden aufstellen, damit Luft zirkulieren kann.
  • Keine nasse Wäsche im unbeheizten Keller trocknen.
  • In Kellern mit durchfeuchteten Wänden keine schimmelempfindlichen Dinge des täglichen Bedarfs lagern – dazu zählen etwa Briefe und Erinnerungsstücke oder Gartenpolster.

Wie Lüften in den Wohnräumen funktioniert, steht im Überblick Raumklima im Alltag.

Quellen

  • Wie lüfte ich richtig? — Kellerwände sind besonders in alten Gebäuden oft kalt; warme Sommerluft kann dort kondensieren und Schimmel verursachen.; Keller im Sommer nicht am Tag, sondern nachts bzw. in den kühlen Morgenstunden lüften; im Winter zu jeder Tageszeit.; In Kellern mit durchfeuchteten Wänden keine schimmelempfindlichen Gegenstände des täglichen Bedarfs lagern.
  • Luftfeuchtigkeit im Haus messen — Sättigungsmenge: 10 °C 8,8 g/m³, 15 °C 11,0 g/m³, 20 °C 17,0 g/m³, 23 °C 20,0 g/m³.; Relative Luftfeuchtigkeit auf Dauer nicht über 65–70 %.
  • Keller im Sommer richtig lüften — Nur lüften, wenn die Außenluft kühler ist als die Kellerluft; an heißen Tagen Kellerfenster geschlossen halten.; Kurz stoßlüften statt Dauerlüften; Feuchte regelmäßig mit Hygrometer messen.; Gegenstände mit Abstand zu Außenwand und Boden lagern; keine nasse Wäsche im unbeheizten Keller trocknen.; Elektrischer Luftentfeuchter bei dauerhaft hoher Feuchte, energieeffizient und nur bei Bedarf.; Bleibt die Feuchte trotz richtigen Lüftens hoch, bauliche Mängel, eindringende Feuchte und defekte Rohre prüfen.
  • Vorsicht Schimmel – Eine Wegleitung zu Feuchtigkeitsproblemen und Schimmel in Wohnräumen (BAG) — Keller im Sommer die meiste Zeit geschlossen halten, aber nicht ganz aufs Lüften verzichten; kühlere Perioden nutzen; im Winter entfeuchtet häufiges Lüften.; Kellerräume gezielt auf etwa 10–15 °C temperieren; Entfeuchtungsgeräte z. B. im Sommer nachts mit Zeitschalter einsetzen.; Tür zu beheizten Räumen geschlossen halten.

Quellenstand: 25. Oktober 2026.

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