Warum erst Wasser ablaufen lassen?
In einer Leitung, die einige Zeit nicht benutzt wurde, steht Wasser länger mit dem Installationsmaterial in Kontakt. Das Umweltbundesamt rät, Wasser nach mehr als vier Stunden Standzeit nicht direkt für Getränke oder Speisen zu verwenden. Lasse es ablaufen, bis es merklich kühler aus dem Kaltwasserhahn kommt.
Das ist eine Alltagshilfe für normalerweise regelmäßig benutzte Leitungen, etwa morgens nach der Nacht. Eine feste Zahl von Sekunden passt nicht für jede Leitung.
Wohin mit dem ersten Wasser?
Bei einer regelmäßig genutzten Installation kannst du das ablaufende Wasser auffangen und zum Beispiel für die Haushaltsreinigung oder zum Blumengießen nutzen. Bei Verdacht auf Bleileitungen oder eine andere Belastung kläre die Verwendung zuerst mit der zuständigen Stelle.
Welche Leitung zum Kochen?
Das Umweltbundesamt empfiehlt für Getränke und Speisen frisches Wasser aus der Kaltwasserleitung. Warmwasser kann unter anderem durch längere Kontaktzeit mit der Installation anders belastet sein.
Was gilt nach längerer Abwesenheit oder bei Bleiverdacht?
Bei längerer Nichtnutzung, etwa in einer Ferienwohnung oder einem selten genutzten Gästebad, können weitere Maßnahmen nötig sein. Kläre das mit der Hausverwaltung beziehungsweise der für die Installation verantwortlichen Person.
Bleileitungen gibt es laut Umweltbundesamt höchstens noch in Gebäuden, die vor 1973 gebaut wurden; seit dem 12. Januar 2026 müssen sie ausgetauscht oder stillgelegt sein. Vermutest du trotzdem Blei, verwende das Wasser nicht zum Trinken oder Kochen. Für Schwangere, Säuglinge und Kinder bis sechs Jahre ist Wasser aus Bleirohren nie als Trinkwasser geeignet; zur Körperpflege kannst du es weiter nutzen. Ablaufenlassen ersetzt keine Untersuchung, zur Probenahme berät dich das Gesundheitsamt.
Quellen
- Umweltbundesamt: Trinkwasser aus der Leitung
- Umweltbundesamt: Trinkwasser aus dem Hahn
- Umweltbundesamt: Bleirohre und Trinkwasser
Quellenstand: 28. Oktober 2026.